Erfahrungsbericht zur Umstellung von ISDN auf IP-Telefon und Telekom MagentaZuhause M (09.2016)

Der bisherige Stand war folgender:
1. Fernsehen über Kabel-C mit Unitymedia.
2. ISDN-Telefon über Speedport 723V mit Telekom DSL16000..

Die bisherige Installation mit ISDN und Kabel-C
Installation ISDN-Telefoni und Kabel-C

Im KG kommen sämtliche Kabel  für Telefonie und Fernsehen an, d.h. eine 4-Draht-Leitung zum  EG, eine 2-Draht-Leitungen zum OG ( und eine weitere zum DG).
Die ISDN-Telefonie wurde im EG, sowie in einem Raum im KG und im OG mit jeweils 1 Beetel 440i  realisiert. Die Basisstation wurde im EG mit der 4-Draht-Leitung über den NTBA versorgt.. Die zwei anderen Beetel waren an der Bassistation angemeldet und das funktionierte einwandfrei. Der Speedport,Splitter und NTBA waren im KG untergebracht.
Der PC in einem Raum  im KG war direkt am Speedport mit Ethernet angeschlossen, der andere PC im OG  mit Devolo dLan200.
Mit einem Phasenkoppler wurden die R-S-T-Leiter kapazitiv im Schaltschrank im KG überbrückt. Die gemessene DSL-Geschwindigkeit beim PC im OG war ca. 8MBit/s..

Das funktionierte jahrelang sehr gut,  bis im Laufe des Jahres 2016 die Entscheidung auf mich zukam, auf  IP umzustellen.

Hierzu hätte es zwei Möglichkeiten gegeben:
1. Telefon und Fernsehen mit 3Play Start 60 von Unitymedia oder
2. mit Telekom MagentaZuhause M  und  Entertain und VDSL 25.

Getrennt weiter weiter auf der alten Schiene fahren, Fernsehen bei Unitymedia und Telefon + DSL bei Telekom ist teurer ( 35 Euro /Monat Telekom + 25 Eutro/Monat HD-Fernsehen Unitymedia). Diese Version hätte ich vielleicht trotz höherem Gesamtpreis genommen, wenn  es Unitymedia gelungen wäre, bei meinen ÜP im Keller soviel "Dampf" zur Verfügung zu stellen, dass auch im OG ein vernünftiger Pegel für HD-TV vorhanden gewesen wäre.

Die Entscheidung fiel schließlich auf die Telekom mit einem Gesamtpreis von 55 Euro/Monat incl. Miete Speedport und Media-Receiver 303, obwohl Unity mit  ihrem 3Play Start 60 scheinbar günstiger wäre. Da aber an den Unity-Recorder Horizon nur 2 Telefone anschließbar sind und ohne Fritz-Box keine DECT-Telefonie möglich ist, relativiert sich der Vergleich  (Miete Recorder 10 Euro/Monat + Miete bzw. Kauf Fritz-Box).
Die Entscheidung für die Telekom wurde mit beeinflusst, dass ich bei einer Telefonbaufiirma gearbeitet habe, die geschäftlich mit der Telekom verbunden war.
Ich habe aber zu diesem Zeitpunkt meinen Unity-Kabel-Vertrag noch nicht gekündigt, da ich mir nicht sicher war, ob das Fernsehen über IP einwandfrei funktionieren würde.

Für die Umstellung auf IP, war auch eine räumliche Umstellung notwendig. Der Speedport konnte nicht mehr im Keller bleiben, da Fernsehen über IP am besten direkt über Ethernet zum Media-Receiver funktioniert.. Also musste der Speedport in das Wohnzimmer. Ich habe die TAE-Dose vom KG in das EG verlegt. Das ging deshalb gut zu machen, da ja bereits eine Vierdrahtleitung vorhanden war. Die Rückleitung der Vierdrahtleitung habe ich für das Fax im KG verwendet.
Mit einem ISDN-Adapter hätte ich meine alten Telefone weiter benutzen können, habe mich dann aber doch für drei DECT-Telefone Speedphone 10 entschieden. Die DECT-Telefone funktionieren problemlos vom KG bis in das DG.
Die Umstellung auf IP klappte entgegen zahlreichen Berichten über "gewaltige" Probleme bei der Umstellung von analog oder ISDN auf IP, bis auf eine kleine Verzögerung, reibungslos. Der neue Speedport 724V wollte meine alten Zugangsdaten, die noch aus BTX-Zeiten stammten, nicht akzeptieren. Mit neuen Zugangsdaten war dieses Problem behoben.
Dass die Umstellung bei mir so prima geklappt hat, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich beruflich mit der Materie vertraut war bzw. noch bin.

Kopfzerbrechen bereitete mit die Frage, wie ich den PC im KG und einen weiteren Fernseher im OG kabellos versorgen könnte?  Mit dem WLAN des Speedport allein klappte es schon mal gar nicht,  bzw. die Übertragungsgeschwindigkeit war miserabel. Im Internet besorgte ich mir  zu meinen drei Devolo noch einen weiteren dLan200  preisgünstig.
Mit diesen vier dLan200 war die Angelegenheit erledigt
Für das Fernsehen im OG habe ich mir im Zimmer eine Steckdose ausgesucht, bei der die Übertragungsrate wenigstens 10MBit/s betrug und dann das LAN-Kabel unsichtbar zum Fernsehgerät verlegt.
Die Praxis zeigt, nicht jede Steckdose im Haus liefert das gewünschte Ergebnis, selbst wenn ein Phasenkoppler eingesetzt wird.
Die 2 Fernsehgeräte (das eine mit HD das andere mit SD)  laufen einwandfrei und die Geschwindigkeit bei dem PC im KG und OG liegt im Mittel ohne Fernsehen bei 10MBit/s download und 5MBit/s upload. Diese Geschwindigkeit geht naturgemäß in die Knie, wenn ein Fernsehgerät oder beide in  Betrieb sind, d.h. bei dieser Konstellation ist VDSL 25 notwendig. Mit zwei Fernsehgeräten in HD und mehreren PC  gleichzeitig wird vermutlich VDSL25 nicht mehr ausreichend sein.
Bislang fiel die Umstellung zu meiner Zufriedenheit aus. Das Fernsehbild ist stabil und ruckelfrei. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Sprachqualität  der IP-Telefonie.
Sie kommt noch nicht an die ISDN-Qualität heran.

Die neue Installation mit VOIP und IPTV
Installation IP-Telefon und IPTV

Aufschlussreich ist das folgende Bild vom Devolo Cockpit über die Geschwindigkeitsverteilung der vier dLan200 mini:

Schnappschuss Devolo Cockpit von 4 dLan 200 mini

Der PC im Keller hat in der Tat die schlechteste Übertragungsrate von ca. 13 MBit/s (ungünstige Steckdose), während der PC im OG trotz Anzeige 38 MBit/s praktisch nicht mehr als 15 MBit/s erhält. Wenn am Router nur 25 MBit/s ankommen,dann kann auch Devolo dLan200 nicht zaubern!
Das Bild ist insofern interessant, da vermutlich ein dLan 650 oder 1200 hier keine Verbesserung bringen würde.

Ergänzung und damit letzter Stand:
Habe im KG in einem Raum unter dem Wohnzimmer einen Fritz Repeater installiert. Der Repeater hat sowohl zum Speedport, als auch zum PC im Keller und zum PC im OG eine so günstige Lage, dass beide  PC per WLAN mit einer Übertragungsrate von jeweils ca. 18Mbit/sec. versorgt werden können. Es wird also nur noch der TV im OG mit devolo versorgt.
Einen kleinen Nachteil hat die Versorgung der PC über den Repeater. Es kommt hin und wieder vor, dass der Repeater "hängt". Dann nuss er nur zurückgesetzt werden (Stecker raus, kurz warten und Stecker wieder rein).

Startseite